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  • AutorenbildJuli

Sizilien

17.-18.12.2022

Wir hatten einen tollen letzten Tag in Tunis. Wir sind durch die tollen Vorstädte im Norden gefahren, habe eine Rennradstrecke entdeckt, Strände erkundet und sind in den Ruinen von Karthago abgetaucht. Sehr eindrucksvolle Ruinen, wofür wir theoretisch hätten mehr Zeit mitbringen sollen. Aber ab 16 Uhr war Check-in der Fähre nach Palermo. Eigentlich viel zu spät erreichten wir gegen halb 6 das Gate. Leider war dann doch noch alles geschlossen und wir mussten bis 00.30 warten um an Bord zu dürfen und fanden bequeme Sitze, auf denen wir die kurze Nacht verbrachten. Gegen 13 Uhr konnten wir bei wunderschönem Sonnenschein in Palermo an Land gehen. Als erstes wurde Geld geholt und eingekauft, dann ging es auf direktem Weg zum Campingplatz etwas außerhalb von Palermo. Dieser war voll mit Wohnmobilen aus Italien und Deutschland, so hatten wir beim Kochen etwas Gesellschaft. Es ging dann relativ früh ins Bett, die Nacht auf der Fähre war schon etwas anstrengend.


19.12.2022

Am nächsten Morgen hatten wir endlich mal keinen Stress. Wir hatten nur 4 Tage bis zu unserem Flug über Weihnachten nach Stuttgart und der Ätna war leider zu weit entfernt. Also war der Plan uns treiben zu lassen. Wir trödelten noch ewig auf dem Camping Platz rum und kamen erst gegen 11 Uhr los. Das erste mal ohne eine vorherige Routenplanung fuhren wir einfach mal die Küste entlang. Die war relativ spannend, weil man immer wieder steile Klippen und riesige Felsen hat, und dazwischen liegen ab und an einsame Strände. Landschaftlich ist Sizilien wirklich sehr schön. Touris begegneten wir hier kaum. Da wir uns schon lange auf eine schöne italienische Pizza gefreut hatten, waren wir gegen Mittag auf der Suche nach einem Restaurant. Aber mittags ist hier in den verschlafenen Küstenstädtchen fast nichts los und kaum ein Restaurant ist geöffnet. Wir wurden zwar endlich fündig, aber es gab keine Pizza und die Preise waren etwas schockierend. So zahlten wir 30 Euro für einen Salat und eine Foccacia. Richtig satt sind wir nicht geworden und in Tunesien hätten wir dafür den ganzen Tag wie die Könige gegessen. Aber sowas wird uns wahrscheinlich noch öfter passieren. Es ging weiter mit der täglichen Routine: Einkaufen und Schlafplatzsuche. Das war hier leider etwas schwieriger, zum einen fühlten wir uns hier sicherer, aber es gab nicht ein Stück Land, das nicht eingezäunt war. Wir fanden schließlich einen kleinen Strand, der sich sehr gut eignete. Nach dem Kochen ging es wieder früh ins Bett, denn es wird nicht früh dunkel, die Temperaturen fallen abends auch mal schnell auf etwa 10 Grad.


20.12.2022

Morgens war unser Zelt sehr nass und da es auch noch so kalt war, warteten wir bis die Sonne unser Zelt trocknete. Es gab Porridge und Kaffee, das ließ sich mit dem Benzinkocher am einfachsten zubereiten. Es war schön so ganz allein einen großen Strand für sich zu haben. Zur Straße hoch führte aber nur ein kleiner und sehr steiler Weg. Wir hatten Mühe die Räder wieder hochzuschieben, was oft nur zu zweit möglich war. Marcs Rad ist so schwer, das rutscht einfach auf dem Schotter rückwärts runter ohne es allein halten zu können. Nach dem kleinen Kraftakt ging es weiter entspannt die Küste entlang, hockten uns zwischendurch in ein Café und suchten auf der Karte wieder ein verlassenes Örtchen zum Schlafen. Der Rückweg nach Palermo sollte über die Berge gehen. Auf dem Weg lag ein großer wunderschöner Bergsee und keine Menschenseele weit und breit. Nachdem das Zelt stand gab es zum Abendbrot mal ein Lagerfeuer. So ließ es sich in der Stille unter dem Sternenhimmel gut aushalten.


21.12.2022

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es heute erst gegen halb 11 los über Stock und Stein und manchmal auch durch den Matsch. Aber bei der Aussicht und unserem Schlafplatz hatte sich der Weg am See gelohnt.

Heute ging es nur bergauf in die Bergdörfer. Teilweise echt brutale Anstiege in den Ortschaften, die man nur schiebend meistern konnte. Aber die Aussichten entlohnten uns immer. Aber auch die süßen Cafés, die tolle sizilianischen Spezialitäten anboten. So weit oben war es doch sehr kalt und wir überlegten uns eine Unterkunft zu nehmen. Wir fuhren durch den nächsten Ort und fragten mal an. Wir hofften auf ein relativ günstigen Preis, denn es gab absolut keine Touristen, es war Dezember und die B&Bs wirkten sehr verlassen. Aber selbst Pilgerherbergen verlangten 85 Euro, was absolut nicht in unserem Budget lag. Daher hieß es weiter und suchen. Es war hier schwierig, weil alles sehr abschüssig war. Kurz vor Anbruch der Dunkelheit entdeckten wir eine Scheune, die mal nicht eingezäunt war. Es standen zwei Autos davor, aber niemand zu sehen. Plötzlich hörten wir einen Schuss, wir fuhren ein kurzes Stück weiter und entdeckten einen Jäger. Er war auf der Jagd nach Vögeln und meinte, er weiß nicht wem die Scheune gehört, aber wir könnten uns dort bestimmt hinstellen. Gesagt, getan. Eigentlich für Notfälle gedacht gab es heute Instant Nudeln, die uns etwas wärmten. Ich hatte 3 Lagen Klamotten für die Nacht an und stibitzte mir Marcs Schlafsack, der etwas wärmer war. Somit war die Nacht eigentlich ganz in Ordnung.


22.12.2022

Letzter Rad Tag auf Sizilien. Wir schafften ein neuen Rekord im Zelt abbauen, weil wir schnell vom dem Grundstück runter wollten. 40 min nach dem Aufstehen saßen wir wieder auf dem Rad und fuhren bei Sonnenaufgang ins nächste Dorf.

Es ging erst runter und dann wieder die Serpentinen hoch. Oben gab's wieder ein Kaffee und ein Croissant als Frühstück. Beim Radeln trafen wir einen Rennradfahrer, der meinte wir müssten unbedingt die sizilianische Spezialität "Cannolo" probieren. Da sagten wir nicht nein, hielten an der nächsten Bar und wurden darauf eingeladen. Sehr lecker und kann ich nur empfehlen. Nach einem kurzen Stopp im Baumarkt ging es in Palermo an die Promenade, wo das zu kurz gekommene Frühstück nachgeholt wurde. Wir genossen noch ein wenig die Sonne und nutzten diese auch um unser nasses Zelt trocken zu kriegen, bevor es ins Hostel ging. Dort wurde dann alles für die kurze Heimreise vorbereitet. Die Räder mit Packtaschen wollten wir da lassen. Im Handgepäck sollten auch nur die Sachen verpackt werden, die wir entweder zu Hause lassen oder austauschen wollten.


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