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  • AutorenbildJuli

Hitzefrei in Malaysia

Mit etwas gemischten Gefühlen ließen wir unser so gut bekanntes Thailand hinter uns und freuten uns aber auch schon auf Malaysia. Der Grenzübergang war mal etwas anderes, denn wir wählten eine Fähre, die uns vom thailändischen Festland innerhalb 2 Stunden auf die Insel Langkawi brachte. Das hat ganz hervorragend geklappt, so wurden noch die letzten thailändischen Baht für ein Frühstück ausgegeben und wir konnten direkt am Hafen ein paar Dollar in die neue Währung, den Malaysischen Ringgit eingetauscht. Die Fähre war komfortabel und unsere Räder wurden einfach hinter eine Sitzreihe bei den Passagieren aufgestellt. Auf Langkawi bekamen wir einfach den Einreisestempel ohne jegliche Kosten. 3 Monate dürfen wir nun hier verweilen. Wie in jedem neuen Land heißt es erstmal Simkarte kaufen. Das ging auch super einfach und keine 2 Minuten später hatten wir jeweils für 10 Euro unbegrenzt Internet für 30 Tage. Jetzt knurrte uns schon wieder der Magen, was hier aber ein kleines Problem werden sollte. Denn wir waren mitten im Fastenmonat Ramadan angekommen, und wurden auch schon schon vorgewarnt: 90% der Restaurants öffnen erst abends. Somit endeten wir zu unserer Schande im McDonalds für unsere erste Mahlzeit in Malaysia.


Langkawi ist der Name einer Inselgruppe von rund 100 Kalksteininseln vor der Nordwestküste von Malaysia und zugleich der Name der Hauptinsel. Einer alten Sage zufolge wurde Langkawi nach dem dort ansässigen Adler benannt, “Helang” für Adler und “Kawi” für rötlichbraun, daher Langkawi. Man sieht diese eleganten Vögel oftmals über den bewaldeten Felsen der Insel kreisen. Am Hafen ziert ein riesiger Adler die Promenade zur Begrüßung der Touristen und wir konnten trotz der Hitze es nicht sein lassen, einen kurzen Abstecher zu machen und ein paar Bilder zu knipsen.



Die ersten Tage nutzten wir zur Akklimatisierung. Es ist natürlich eine zum Teil sehr touristische Insel und bekannt für die tollen weißen Strände. So waren an den Stränden ein Haufen Jetskis oder Liegen aneinander gereiht und im Wasser sah man zahlreiche Touris auf Jetskis oder Wasserskis. Nach dem kleinen Sonnenbad mieteten wir uns einen Roller und fuhren zu den Wasserfällen. Dort machten wir eine Wanderung auf einen Berg, die es in sich hatte. Heftiger Muskelkater war die Folge, welcher mich 4 Tage danach noch begleitete.



Malaysia ist wie bereits erwähnt, hauptsächlich muslimisch (Islam ist auch die Staatsreligion). Jedoch leben auch sehr viele Chinesen und Inder hier, eine bunte religiöse Mischung. Hier sehen wir somit Kirchen, Moscheen, Hindutempel und chinesische Tempel nebeneinander gereiht. Diese Durchmischung gefällt uns sehr gut und man sieht wie verschiedene Religionen harmonisch koexistieren können (zumindest augenscheinlich). Natürlich spüren wir sofort die muslimische Gastfreundschaft: so bekommen wir aufgrund von Ramadan einfach eine ganze Tüte voller Snacks geschenkt. Wir schauen uns an und erinnern uns sofort an die überwältigende Gastfreundschaft aus den muslimischen Ländern wie der Türkei und dem Iran. Über Instagram werden wir sogar von einem Malaien kontaktiert, der uns zu sich einlud. Nach 3 Tagen auf Langkawi legten wir wieder am Festland an und fuhren entlang der Küste weiter Richtung Süden. Wir waren absolut positiv überrascht von der schönen Küstenstraße, wo man die ganze Zeit das Meer beobachten konnte. Auf der anderen Seite waren Schwalbenzuchthäuser. Das sind große Steinhäuser ohne Fenster mit Lautsprecher vor den Eingängen. Hier werden Schwalben angelockt, hier ihr Nest aufzubauen, welches aus dem Speichel der Tiere hergestellt wird. Diese Nester werden dann geerntet und zu einer chinesischen Delikatesse zubereitet: Schwalbennestersuppe. Wir sind nicht wild darauf, dass zu probieren. Liegt wahrscheinlich auch nicht in unserer Preisklasse. Am ersten Abend auf dem Festland konnten wir den Nachtmarkt testen und mit Thailand vergleichen. Es gab Ähnlichkeiten aber natürlich auch neue Gerichte. Wir waren verführt, viel zu viel zu kaufen. Es gab Murbarak, eine Form von Omelette im Brotteigmantel. Zudem gibt es hier Roti John, ein Sandwich mit Ei, Salat und Fleisch. Lecker, aber auch sehr scharf. Ein echter Hingucker sind die Getränke, die hier überall verkauft werden. Sie kommen in sämtlichen Farben, über grün, blau und orange. Einige davon sehen uns zu künstlich aus, so wählten wir die mit Zitrone oder Mango. Sie werden in Plastiktüten gefüllt, aus denen man dann mit einem Strohhalm trinken kann. Daran mussten wir uns erstmal gewöhnen.



Den nächsten Abend verbrachten wir bei Iejam, in dessen Arbeitswerkstatt wir schlafen durften. Es diente gleichzeitig auch als Haus und hatte somit alles was man brauchte. Am Abend besuchten wir wieder gemeinsam den Nachtmarkt, wo wir von einem unglaublichen Regenschauer überrascht wurden. Jetzt ist sie nämlich da, die heiß ersehnte Regenzeit, die hoffentlich zur leichten Abkühlung des Landes sorgt. Leider spüren wir nicht viel davon. Nach dem Regen ist es kurz angenehm, dann wird es schnell wieder warm und die Luftfeuchtigkeit ist noch höher als vorher. Es regnet nun fast jeden Nachmittag / Abend.



Nur noch eine Fährfahrt trennte uns jetzt von George Town - eigentlich Pflicht, wenn man nach Malaysia reist. Es ist eine Insel, die entweder mit der Fähre oder über eine Brücke erreichbar ist. Diese Brücke ist aber 20 Kilometer lang und für Radfahrer nicht erlaubt. Die Fähre war perfekt für Räder und Motorrad ausgelegt und am frühen Mittag erreichten wir George Town.

George Town ist die Hauptstadt der Insel Penang und des gleichnamigen Bundesstaats in Malaysia. Sie liegt an der nordöstlichen Spitze der Insel und hat 158.336 Einwohner (Stand 2020), überwiegend Chinesen. Im Jahre 1786 siedelten sich Händler der britischen Ostindischen Kompanie an. Benannt ist die Stadt nach dem britischen Monarchen Georg III. Die Einheimischen nennen ihre Stadt aber „Penang“. In der Innenstadt von George Town befinden sich zahlreiche Moscheen, Kirchen, hinduistische und chinesisch-buddhistische Tempel. Außerdem sind viele Straßen und deren Häuser noch im Kolonialstil gebaut, was der Stadt einen ganz besonderen Charme gibt. Man kann sich hier regelrecht verlieren, es gibt unzählige stylische Cafés, elegante Boutiquen, Kunstaustellungen, Malls zum Shoppen usw.



Wir hatten uns vorgenommen mal eine größere Pause einzulegen. Wir hatten eine tolle Unterkunft gefunden, inmitten von China Town und dessen Charme. Das Highlight unseres Gasthauses waren die 9 Katzen, mit denen wir die Nachmittage mit Spielen und Schmusen verbrachten. Die Hitze über die Mittagszeit war draußen kaum auszuhalten, deswegen waren wir meist nur morgens und abends unterwegs. Wir kochten mal wieder selbst viel, denn vor allem meinem Magen machten die vielen verschiedenen Gewürze sehr zu schaffen.



Zwei Ausflüge ließen wir uns aber nicht entgehen. So starteten wir an einem Morgen und umfuhren die Insel mit unseren Rädern. Es waren 85 Kilometer mit zwei kleinen Bergen. Bei voller Hitze rebellierte mein Magen, und ich musste viele Pausen machen, obwohl die Steigungen gar nicht so schlimm waren. Aber die Anstrengung lohnte sich, denn die Strecke war wirklich schön: Wir fuhren durch Obstplantagen und an der Küste entlang, Seeotter schwammen neben uns her und durch einen Zufall bekamen wir eine persönliche Tour von Yeoh. Er sah uns vor einem Supermarkt eine kleine Trinkpause machen und fragte direkt ob er uns zu einem speziellen Ort bringen durfte. Da es fast auf unserer Route lag, folgten wir ihm und fuhren zu dritt mit dem Rad über einen Pfad zu einem wunderschönen Küstenabschnitt voller Palmen. Der Weg war erschwerlich und sicherlich hätten wir ihn niemals allein gefunden. Er berichtete uns noch ein wenig von seinem Leben, er war pensionierter Lehrer, ein Christ und sammelte an dem Strand häufig Muscheln fürs Abendessen. Es war eine kurze aber sehr bereichernde Begegnung, für die wir dankbar waren.



Unser zweiter Ausflug war es den Berg Penang zu erklimmen, der höchste Berg der gleichnamigen Insel. Wir dachten wir gehen früh los, damit wir noch alleine unterwegs waren. Als wir am botanischen Garten ankamen, stellten wir fest, dass die halbe Insel hier ihren Frühsport absolvierte. Es war schon fast wie ein Event, aber als wir dann auf kleine Wanderwege abbogen, waren wir dann wieder allein. Die hohe Luftfeuchtigkeit brachte uns fast zum Erliegen, wir waren vom Schweiß bis auf die Unterhose komplett durchnässt. Ich hatte ein Handtuch um den Nacken um den Wasserfall an meinem Kopf zu stoppen. Die Hände waren schrumpelig, wie nach einer langen Badewanne. Unterwegs sahen wir wieder Languren, Makaken und auch Streifenhöhrnchen. Oben wurden wir von einer tollen Aussicht belohnt, fingen aber fast an zu frieren, weil wir komplett nass waren. Runter nahmen wir aber die Seilbahn, weil wir genug vom Wandern hatten und schnell eine Dusche brauchten.



Zu guter Letzt haben wir uns in Georgetown noch spontan für einen Housesit entschieden. Eine amerikanische Familie wollte für 3 Tage im Hotel entspannen und ließen uns in deren Apartment auf deren Tiere aufpassen. Das waren die Hündin Daisy und die Katze Oreo. Es waren zauberhafte Tage, denn das Apartment hatten jeden Luxus, von dem man nur träumen kann. Wir hatten eine gigantische Aussicht und es machte Spaß die Zeit mit den Tieren zu verbringen. Ein gelungener Abschluss für George Town.



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Nachdem bei uns letztes Wochenende fast 30°C waren, waren es dieses beinahe 40°C weniger und mindestens ein Meter Neuschnee. Würde grad ungern mit euch tauschen. Genießt die HItze! Das mit dem Housesitting bekommt ihr echt immer toll hin. Voll gute Idee.

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