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Everest 3 Pässe Trek - Teil 1

Unser großes Ziel war von Anfang an der Reise im Oktober in Nepal zu sein. Denn es gibt nur bestimmte Reisezeiten, in denen man hier das richtige Klima zum Wandern vorfindet. Dadurch waren wir doch manchmal gestresst aber nun haben wir endlich unser Ziel erreicht. Wir haben uns entschieden, einen der anspruchsvollsten Wanderwege im Mount Everest Gebiet zu wandern. Denn wenn schon, dann richtig. Unsere Wanderung haben wir auch auf Video festgehalten (siehe unten). Seit April 2023 wurde in ganz Nepal ein neues Gesetz erlassen, dass man nicht mehr ohne Guide wandern darf. Ausnahme ist hier die Everest Region, weswegen wir diese auch ausgesucht haben. Die meisten Touristen nehmen ein wenig mehr Geld in die Hand und engagieren einen Guide (25 Dollar am Tag) und/oder einen Porter (=Träger für 20 Dollar am Tag). Wir sind zum einen der Meinung, dass wir unsere Sachen selbst tragen können, weil wir noch "jung" und fit sind, aber weil wir uns finanziell eine Wanderung von 21 Tagen mit Guide und Porter einfach hätten nicht leisten können. Die Wanderung ist aufgrund der Länge und der Höhe zwar sehr anspruchsvoll, aber verlaufen kann man sich eigentlich nicht.


Tag 1 (Anreise)

Kathmandu - Salleri - Bupsa

Normalerweise fliegen die meisten Touristen nach Lukla, einem der gefährlichsten Flughäfen der Welt. Von dort aus ist die 3 Pässe Wanderung dann auf 18-21 Tage ausgelegt. Wir wollten unseren Geldbeutel (ca. 200 Dollar pro Flug und Person) und die Umwelt schonen und nahmen daher einen Minitranporter bis nach Salleri. Die Fahrt für 300 Kilometer dauerte 12 Stunden und war die reinste Höllenfahrt. Um 4 Uhr in der Früh wurden wir in einen Jeep mit vielen anderem gesteckt und saßen wie die Hühner auf der Stange, sodass die Rücken und Hüftknochen ineinander verhakt waren. Wir erfuhren dann in Salleri, dass wir noch weiter hochgefahren werden können. Es war dieses Jahr nämlich so, dass der Monsun länger andauerte als gewöhnlich. So wurden viele Straßen weggeschwemmt und durch die schlechten Wetterverhältnisse kam der Flugverkehr zum Erliegen. Dann ging es noch weitere 4 Stunden auf einem Trampelpfad weiter, wo wir zum ersten Mal auf der Reise wirklich Ängste hatten. Der Jeep setzte auf Steine auf, unsere Köpfe schlugen aneinander oder an die Decke und die Schultern wurden an die Tür gedrückt. Die Schultern und die Hüften waren hinterher grün und blau und wir hatten mehrere Male Angst, dass der Jeep umkippt. Hätten wir geahnt was für Strapazen es waren, wären wir das Stück gelaufen. Später erfuhren wir auch, dass die Jeeps relativ häufig umkippen oder den Abhang runter rutschen und auch schon das ein oder andere Todesopfer forderte. Definitiv ist diese Jeepfahrt gefährlicher als der Flug nach Lukla. Wir übernachteten zwischendurch in einem der sogenannten Teehäuser bzw. Lodges. Diese einfachen Unterkünfte gibt es überall auf dem Weg. Man bekommt eine Mahlzeit und einen Schlafplatz. Manchmal sind die Betten steinhart und die Räume sind nur durch dünne Holzplatten voneinander getrennt, sodass man alles vom Nebenraum hört. Nach einem Kaffee am Morgen ging es weitere 10 Kilometer nach Bupsa, was 2 Stunden dauerte. Wir waren so erleichtert, endlich aus dem Jeep steigen zu können und schworen uns, einen Rückflug zu nehmen, weil kein Geld der Welt diese Tortur rechtfertigt.


Tag 2 (Von Bupsa nach Paiya):

Distanz: 10,82 km | Höhenmeter: 886 | Dauer: 7:03 h

Hier begann endlich unsere Wanderung. Nach nur wenigen Metern traten schon die ersten Beschwerden auf: Unsere Rucksäcke sind viel zu schwer und unsere Rücken zu schwach. Leider haben wir in Windeseile gepackt, weil wir dachten in Zeitnot zu sein. Aber da mussten wir nun durch. Bisher wurde das ganze Gepäck von unseren Rädern getragen. Leider war der Weg auch ein Desaster. Keine Beschilderung und alles voller Matsch. Marc stürzte direkt auf einen Ast, wodurch sein neues Hemd durchbohrt wurde und keine 5 Minuten später landete er nochmals im Schlamm. Wir waren sehr froh Wanderstöcke zu haben, die uns enorm unterstützten. Endlich waren wir auf dem guten Wanderweg angekommen, wurden jedoch von Bauarbeiten gestoppt und umgeleitet. Es wurden nämlich Sprengungen an dem Weg durchgeführt. Die Umleitung ging extrem steil hoch und runter, und das in knöchelhohem Schlamm. Das kostete uns nicht nur 2 Stunden Zeit, sondern auch extrem viel Energie. Völlig entkräftet fanden wir ein nettes Teehaus, wo wir bei den Portern untergebracht wurden. Diese waren ein geselliges Völkchen, die machten bis spät in die Nacht noch Radau, und morgens um 5 Uhr waren sie schon wieder bereit und riefen durch das ganze hellhörige Gebäude. Wir waren jedoch so fertig, dass wir das Gebrüll zwar wahrnahmen, es uns aber nicht hinderte, 10 Stunden erholsam durchzuschlafen.


Tag 3 (Von Paiya nach Phakding):

Distanz: 17,32 km | Höhenmeter: 741 | Dauer: 8:53 h

Nach unserem Frühstück ging es dann zügig los. Wir wollten heute ein bisschen Gas geben, weil wir immer noch dachten, zu wenig Zeit zu haben. Daher machten wir uns schon um 7 Uhr auf den Weg. Es ging wieder über viel Matsch und Steine. Zudem kam man nicht so schnell voran, weil ca. 20 Herden an Maultieren und Esel uns überholten oder uns entgegen kamen. Diese leisten härteste körperliche Arbeit, denn sie tragen Lebensmittel und große Gasflaschen nach oben. Die Tiere werden ganz schön angeschrien von ihren Treibern, jedoch scheinen sie sonst relativ gut behandelt zu werden. Zumindest haben sie runde Bäuche und keine Knochen ragen raus. Trotzdem haben wir Mitleid mit diesen Sklaventieren. Außerdem begleiten uns öfters Hunde und auch viele Yaks und Kühe stehen entweder im Weg oder transportieren noch schwerere Gegenstände. Etwas demütig und dankbar betrachten wir sie beim Vorbeigehen, denn sie machen es möglich, dass wir oben ein warmes Essen bekommen. Der Weg wurde langsam besser, man konnte sich nicht mehr verlaufen, und wir passierten farbenfrohe kleine Bergdörfer umringt vom satten Grün der Monsunzeit.

Nichtsdestotrotz haben wir unsere 17 Kilometer geschafft und fanden am Abend eine einsame Lodge, in der wir für nur 300 Rupien (ca. 2,60€) ein Zimmer bekommen haben. Und das sogar mit warmer Dusche. Die Preise sind so günstig, weil der Großteil über die Mahlzeiten verdient wird. Daher muss man auch in der Unterkunft das Abendessen und Frühstück einnehmen. Und die Preise sind deutlich höher als die Unterkunft selbst. So zahlen wir hier etwa 6-8 Euro pro Gericht. Hinzu kommt, dass wir von den meisten Gerichten nicht satt werden. Demnach müssen wir echt schauen, dass wir auf der Reise nicht abnehmen. Für mich wäre es jetzt nicht ganz so schlimm :), aber Marc hat ja kaum noch was auf den Rippen. Wir fanden einen Bäcker, bei dem wir etwas Kuchen und Brot für das nächste Mittagessen kaufen konnten.


Tag 4 (Von Phakding nach Namche Bazar):

Distanz: 14,71 km | Höhenmeter: 1126 | Dauer: 10:35 h

Heute standen die meisten Höhenmeter seit Beginn auf der Tagesordnung. Zudem kam heute der Militärcheckpoint für den Sargamatha Nationalpark. Uns wurde mitgeteilt, dass sich hier lange Schlangen bilden konnten und deswegen liefen wir zeitig und ohne Frühstück los. Zuerst wurden wir von Soldaten durchsucht, dass wir auch ja keine Drohne dabei haben. Anschließend mussten wir noch den Parkeintritt bezahlen (3000 Rupien = 22 Euro pro Person) sowie eine Trek Card kaufen (2000 Rupien = 15 Euro). Hier wird überprüft, wer sich wie lange im Everest Gebiet aufhält und falls man nicht rechtzeitig rauskommt, werden Suchtrupps losgeschickt. Daher muss man auch seinen Notfallkontakt angeben. Anschließend suchten wir uns ein Restaurant und bestellten gleich 3 Gerichte, von denen wir jedoch nicht satt wurden. Das machte uns ernsthaft Sorgen, denn das Geld, welches eingeplant war, war schon knapp mit täglich 3 Mahlzeiten pro Kopf. Es ging dann noch 500 Meter hoch bis nach Namche Bazar, was extrem kräftezehrend war. Wir bekamen beide ziemlich starke Kopfschmerzen und der Aufstieg auf 3400 Meter zog sich gewaltig. Namche Bazar war wie eine kleine Stadt hier oben, bestand aber fast ausschließlich aus Hotels, Cafés und einem Markt. Zuallererst fanden wir ein hervorragendes Café, welches Siebträgerkaffee zubereitete und dazu noch die leckersten Kuchen auf der Theke aufgereiht hatte, sodass wir nicht daran vorbei kamen. Es gab zwei Cappuccino und einen Lemon-Cheesecake für ca. 12 Euro. Wenn man nun als normaler Tourist aus Europa anreist, sind das ganz normale Preise. Die Qualität konnte sich auch sehen lassen. Anschließend fanden wir noch ein nettes Gasthaus und ruhten uns von den Strapazen aus. Zum Glück wird in den meisten Essräumen abends dann eingeheizt, sodass man es dort ganz gut aushalten konnte. Oftmals unterhält man sich mit anderen Wanderern, und dadurch bekamen wir auch den ein oder anderen wertvollen Tipp für die Route.


Tag 5 (Pausentag in Namche Bazar):

Da wir bemerkt hatten, da uns die Höhe doch etwas zu schaffen macht und Marc leichte Halsschmerzen hatte, entschieden wir uns für einen Pausentag. Wir wuschen unsere Klamotten und streiften durch den Ort. Wir konnten günstigen Yak-Käse ergattern und freuten uns über selbstgebackenes Brot. Zudem kauften wir noch Wasserentkeimungstabletten, Aspirin, und Crampons (Steigeisen), denn auf dem zweiten Pass ist ein schneebedeckter Gletscher, über den man rüber muss.


Tag 6 (Von Namche Bazar nach Pangboche):

Distanz: 14,04 km | Höhenmeter: 1034 | Dauer: 7:08 h

An diesem Tag wurden wir wieder mit herrlichem Wetter begrüßt. Nach einem ordentlichen Anstieg aus der Stadt sahen wir ihn plötzlich: Mount Everest in bestem Licht. Gepaart mit dem Lothse und Ama Dablam. Gänsehautgefühl pur. Auch die Euphorie der anderen Trekker riss uns mit. So waren wir den ganzen Vormittag von dem schönen Anblick begleitet und konnten jede Menge Bilder machen. Zudem kamen uns nun nicht mehr so viele Maultiere des Weges, sondern Yaks. Diese waren zum Teil beschmückt und sehen einfach sehr würdevoll aus. Jedoch muss man auch mal aufpassen und schnell aus dem Weg zu gehen, sonst wird man gerne auch mal weggeschubst. An diesem Tag machten wir unterwegs eine Vesperpause mit Brot und Käse, was uns an Zuhause erinnerte. Gegen 16 Uhr erreichten wir erschöpft (wie eigentlich jeden Tag) unser Tagesziel Pangboche. Der kleine Ort liegt auf 3900 Meter. Wir entschieden uns für die erste Lodge, da sie uns ein günstiges Zimmer mit freiem Laden der Handys anbot. Zu unserer Verwunderung waren wir die einzigen Gäste, daher wurde zum Abendessen auch keine Stube eingeheizt. So nutzten wir den Schlafsack als Decke. Wenn man das Essen nicht vorbestellt, wie es normal der Fall ist, dauert es in etwa 2 Stunden. Wir waren annähernd am Verhungern, aber zum ersten Mal schafften wir die Portionen kaum. Endlich waren wir mal wieder so richtig satt. Ein gutes Gefühl.


Tag 7 (Von Pangboche nach Dingboche):

Distanz: 6,86 km | Höhenmeter: 520 | Dauer: 3:32 h

Als wir erwachten, schneite es draußen ganz zart. Es blieb zwar nichts liegen, aber es sah trotzdem schön aus. Die Nacht war nicht besonders gut, denn wir hatten beide starke Kopfschmerzen und konnten nicht gut schlafen. Was nicht ungewöhnlich ist, wenn man das erste Mal auf so einer Höhe schläft. Nachdem wir ein leckeres Frühstück genossen hatten und aufbrechen wollten, schien schon wieder die Sonne. Heute hatten wir einen ganz entspannten Tag. Der Weg war sehr angenehm, nicht allzu viele Stufen und mäßige Steigungen. Schon um 12 Uhr haben wir unser Tagesziel Dingboche auf 4410 Meter erreicht. Wir nahmen wieder das erstbeste Gasthaus, machten eine Mittagspause mit viel Tee. Danach wollten wir noch ohne Gepäck zu einem Aussichtspunkt laufen, aber nach halber Strecke hörten wir schon wieder auf. Zumindest hatten wir es bis zu den zwei Stupas geschafft. Ein Stupa ist ein weißes buddhistisches Bauwerk, das Buddha selbst und seine Lehren symbolisiert. Früher dienten diese Bauwerke als Bestattungshügel von herrschenden Indern, weswegen die Form auch an ein kreisförmiger Grabhügel erinnert. Die kleine Wanderung war einfach zu anstrengend und kalt, zudem versperrten die Wolken die erhoffte Aussicht, weswegen wir uns für einen Film im kuscheligen Zimmer entschieden.


Tag 8 (Von Dingboche nach Chukhung):

Distanz: 5,26 km | Höhenmeter: 462 | Dauer: 2:40 h

Dieser Tag begann wieder mit Sonne pur und wir starteten ganz entspannt. Denn wir hatten nur 5 Kilometer zu überwinden. Der Weg war leicht und unbeschwerlich. Als wir Chukhung schon gegen 12 Uhr erreichten, suchten wir uns nur eine Bleibe und aßen noch ein Süppchen. Anschließend machten wir ein Mittagsschläfchen, denn es gab einfach nichts zu tun. Viele machen hier einen Aklimmatisierungstag mit der Besteigung eines 5500er, dem Chukhung Ri. Das hätte uns im Nachhinein auch geholfen. Aber wir wollten uns einfach nur ausruhen. Außerdem konnten wir unsere Handys nur begrenzt einsetzen, da einmal Handy aufladen inzwischen 3,60 Euro kostete. Also hieß es Akku sparen. So wurde auch viel in der Stube gespielt und sich mit anderen Trekkern unterhalten.


Tag 9 (Von Chukhung nach Lobuche über den Kongma La pass)

Distanz: 10,63 km | Höhenmeter: 933 | Dauer: 11:01 h

Für diesen Tag wurden wir schon vorgewarnt: Er sei zäh und eigentlich der schlimmste Pass. Daher starteten wir relativ früh um 7 Uhr nach dem Frühstück. Ab einer Höhe von 4500 Meter spürt man jede Steigung deutlich mehr, mir geht nach nur ein paar Metern die Puste aus und ich muss kurz stoppen. So ging es dann immer weiter den Pass nach oben. Manchmal waren es gute Wanderwege, doch je höher wir kamen, desto steiniger wurde es. Wirklich sehr anstrengend und zäh, es nahm einfach kein Ende. Die Aussicht hingegen war einfach nur ein Traum, auch die Wetterverhältnisse stimmten mit Sonnenschein. Mittendrin im Ausstieg war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich dieser anspruchsvollen Wanderung gewachsen bin und bekam Zweifel, den Pass heute noch zu schaffen. Doch endlich erreichten wir einen türkisblauen See und von dort aus konnten wir endlich die Flaggen erkennen, die den höchsten Punkt markierten. Nun waren es nur noch ein paar Meter vertikal hoch. Der Puls hämmerte an die Schädeldecke, doch bei einem Blick auf die Uhr war man erstaunt, dass man nur einen Puls von 100 hatte. Endlich waren wir oben. Dann ging es über extrem große Steinbrocken nach unten, was mindestens genauso anstrengend wie der Aufstieg war. Jetzt setzten bei uns beiden auch wieder extreme Kopfschmerzen aufgrund der Höhe ein. Auch Schmerztabletten halfen nicht allzu viel. Völlig erschöpft dachten wir dem Ziel nahe zu sein, jedoch stellten wir dann fest, dass wir nochmals hoch über einen kleinen Hügel mussten. Auch das ging noch, doch dann kam der Alptraum schlechthin. Wir mussten über einen Gletscherausläufer, der nur noch aus Geröll und Seen bestand. Unsere ursprüngliche Route konnten wir nicht folgen, denn aufgrund von einem Landrutsch mussten wir einen enormen Umweg gehen. Die Nerven lagen blank, denn wir waren nun schon 10 Stunden unterwegs und konnten keinen Meter mehr laufen. Diese Umleitung führte uns über große Steine, wo man oftmals auch springen musste. Echt eine gefährliche Angelegenheit. Nach jedem starken Anstieg hofften wir das Dorf Lobuche zu erspähen. Aber jedes Mal war es eine Enttäuschung. Alles war neblig und es wurde immer dunkler. Zum Glück gab es gut sichtbare Flaggen, denn den Weg konnte man oftmals nur erahnen. Ich wollte mich irgendwann einfach hinlegen und nichts mehr tun. Doch da sahen wir in der Ferne die Lichter durch den Nebel und fanden tatsächlich direkt eine Unterkunft. Denn Lobuche ist immer komplett ausgebucht, weil dort die große Masse der Touristen vorbei kommt, um das Everest Base Camp zu sehen. Für uns gab es nur noch schnell ein Essen und wir fielen schnell ins Bett. Dazu muss gesagt werden, dass diese Hotels immer noch sehr einfache Unterkünfte sind. Die Zimmer sind nicht beheizt und man sieht seinen eigenen Atem. Bis das Bett endlich warm ist (am besten mit zusätzlichem Schlafsack) dauert es eine Weile. Zudem kann man sich praktisch nicht mehr die Hände waschen, weil diese gar nicht mehr warm werden. Wir schliefen komplett in Klamotten und legten sogar die Wandersachen in den Schlafsack, damit wir am Morgen schnell in die vorgewärmten Sachen schlüpfen können.


Tag 10 (Von Lobuche nach Gorak Shep)

Distanz: 11,00 km | Höhenmeter: 545 | Dauer: 06:40 h

Obwohl wir noch leicht angeschlagen waren vom Vortag, machten wir uns weiter auf den Weg nach oben. Wir wanderten einen relativ einfachen Weg nach Gorak Shep, der Ort, der dem Everest Base Camp am nächsten ist. Aber hier war eine Massenwanderung vorzufinden. Oftmals stockte es, weil so viele Leute den Weg bestritten. Ab und an kamen auch Yaks und Pferde entgegen, letzteres transportierte oftmals Touristen. Zudem laufen auch Massen an Portern (Träger) an einem vorbei. Diese Leute faszinieren uns immer wieder. Oftmals steht mir einfach der Mund offen, wenn ich diese sehe. Sie tragen im Schnitt 1-2 mal ihr eigenes Körpergewicht und wiegen selbst kaum 70 Kilo. Marc und ich hatten manchmal starke Rückenschmerzen bei ca. 10-12 Kilo. Zudem tragen die Porter die Rückenlast hauptsächlich mit einer Kopfschlinge, was für uns einfach unvorstellbar ist. Obwohl wir keinen Porter hatten (was ich aber durchaus in der Zukunft in Betracht ziehen würde), ist diese Reise auch für uns nur durch sie möglich. Denn sie tragen Gasflaschen, Lebensmittel und alles andere Benötigte nach oben. Die Porter sind dankbar für ihre Jobs, denn so haben sie eine Beschäftigung und sind zudem für nepalesische Verhältnisse sehr gut bezahlt.

Gegen 12 Uhr haben unsere Unterkunft erreicht, aßen eine leckere Suppe und machten uns dann auf den Weg zum Everest Base Camp. Den Mount Everest kann man nur im Frühjahr besteigen, da der Schnee für den notwendigen Gripp benötigt wird. Der Weg zum Base Camp war sehr einfach, es bildete sich nur eine riesen Schlange, da alle ein Bild vor dem legendären Stein machen wollten. Einfach nur ein Stein mit einem Schriftzug aus der Spraydose. Das Camp war aber natürlich nicht aufgebaut, und dementsprechend sah es nicht sonderlich spektakulär aus. Auch den Everest selbst kann man nur minimal erahnen. Das Schöne war, dass wir ohne Rucksack unterwegs waren. Daher war es ein netter Spaziergang und abends wurde wieder gespielt. Wir mussten früh ins Bett gehen, denn wir wollten am Morgen den Kala Patthar besteigen, von dem man eine tolle Aussicht auf den Everest haben sollte.



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1 comentario


Katrin Oertel
Katrin Oertel
04 nov 2023

Ganz schön anders als der Manaslu Circuit, aber auch voll schön. Wobei am Manaslu doch wesentlich weniger Touristen unterwegs waren. Habt ihr euch gut erholt in Kathmandu? Gute Weiterreise!

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